Herbarium Rostochiense

Johannes A. C. Roeper
Ernst H. L. Krause

Den Grundstock des Rostocker Universitätsherbariums ROST bildet die Privatsammlung von Johannes A. C. Roeper, der von 1836 bis 1885 als Botanikprofessor und Universitätsrektor in Rostock tätig war. In ihr sind Teile wesentlicher europäischer und außereuropäischer Aufsammlungen des 19. Jahrhunderts enthalten, darunter berühmter Forscher wie Heinrich G. Flörke (Roepers Vorgänger als Lehrstuhlinhaber), L. Adelbert von Chamisso und Ferdinand J. H. von Mueller. Der wertvollste Teil von Roepers Sammlung – das Herbar von J. B. P. A. Monnet de Lamarck – ist allerdings bereits 1886/87 für 12.000 Franc nach Paris verkauft worden, um mit dem Erlös die Ausstattung des damaligen Neubaus des Botanischen Instituts und Gartens zu verbessern. Roepers Sammlungen bilden das großformatige Generalherbar, das der damalige Assistent F. Oltmanns über mehrere Jahre sichtete und ordnete (vgl. Oltmanns, F., 1894: Das Rostocker Universitätsherbarium. Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg 47: 109–126)

Der zweite Schwerpunkt des Herbariums ROST basiert auf den in Rostock verbliebenen Teilen der Sammlung Krause und wird gegenwärtig als Mecklenburg-Herbarium fortgeführt. Der Arzt und vielseitige Botaniker Ernst H. L. Krause (1859–1942) hat eine große Zahl von Veröffentlichungen hinterlassen, u. a. eine Flora von Rostock (1879, Co-Autor C. Fisch), eine Mecklenburgische Flora (1893) und J. Sturm's Flora von Deutschland, 2. Aufl. (1900–1907). In vielen Pflanzengruppen war er taxonomisch tätig (z. B. Rubus, Pilze)

Eine größere Zahl von Belegen des Generalherbars stammt von Roeper und von P. E. Kühlewein. Im Übrigen sind unter den Sammlern weitere bekannte zeitgenössische Botaniker vertreten: C. F. Schultz (Stargard), Wallich, A. Braun, de Candolle, Weihe, Boissier & Heldreich, W. Schimper, Bergius, Reichenbach, Treviranus und Grisebach. Dabei fanden auch Exsikkatenwerke Eingang. Zahlreiche Belege und Typen aus Flörkes Flechtensammlung sind leider verloren gegangen.

Im Mecklenburg-Herbarium finden sich viele von E. H. L. Krause selbst gesammelte Pflanzen, dazu das Herbarium Griewank und kleinere Beiträge anderer Sammler. Hinzu kommen das Herbarium Vivum Florae Megapolitanae von G. G. Detharding (1816) sowie weitere kleinere Sammlungen.

Das Rostocker Universitätsherbarium umfasst etwa 85.000 Belege von ca. 30.000 Sippen, die sich auf folgende Gruppen verteilen: Gefäßpflanzen (70.000 Belege), Moose (5000), Algen (4500), Flechten (3000), Pilze in geringerem Umfang.