Biotopanlagen Wald

Biotopanlage Buchenwald

Ohne menschliche Eingriffe wären Buchenwälder die in Mitteleuropa absolut dominierende Waldformation, da hier die Rot-Buche (Fagus sylvatica) eine bemerkenswerte Wuchs- und Konkurrenzkraft gegenüber anderen Arten zeigt. Hier besiedelt sie alle Standorte auf effizienteste Art, die in keiner Weise ökologisch auch nur zeitweise extrem sind, und schattet die meisten anderen Pflanzen aus. Der Bestand im Garten gibt damit ein Beispiel für den aktuellen Stand der Waldentwicklung in den Gemäßigten Breiten im Zuge der Stammesgeschichte. In der Krautschicht entwickeln sich abhängig von den Lichtverhältnissen im Verlauf der Vegetationsperiode unterschiedliche Aspekte.
Neben einer Typischen Variante des Galio- bzw. Asperulo odorati-Fagetum sylvaticae werden eine Thermophytische Variante und eine Feuchte Variante mit Bärlauch (Allium ursinum) entwickelt.

In einem Teil der Buchenwald-Biotopanlage bestimmt Bärlauch (Allium ursinum) den Frühlingsaspekt, der beim Bärlauchfest an die Besucher abgegeben wird


Biotopanlage Erlenbruch

Benachbart zum Buchenwald ist die Anlage eines Erlenbruchwaldes in einem Auenbereich des Kayenmühlengrabens vorgesehen, wie er die typische natürliche Auenvegetation der Tieflagen und tieferen Mittelgebirgslagen Mitteleuropas repräsentiert. Das lichte Dach der Schwarz-Erlen (Alnus glutinosa), die wie früher regelmäßig auf den Stock gesetzt werden sollen, lässt so viel Licht passieren, dass sich hier gleichzeitig die üppigste und blumenbunteste Krautschicht mitteleuropäischer Wälder entwickelt. Unter den heutigen mitteleuropäischen Wäldern ist diese Waldformation diejenige, welche die längsten Überflutungen toleriert.

Tertiärwald-Sammlung

In direkter Nachbarschaft des zeitgenössischen Buchen- und Erlenbruchwaldes ist als Gegenstück die Entwicklung einer Pflanzensammlung geplant, die sich auf die Waldflora der Braunkohlezeit vor 10 bis 20 Millionen Jahren bezieht. Der stammesgeschichtliche Fortschritt in der Pflanzenentwicklung und damit der Wechsel der Wälder, die Europa und andere Erdteile bedeck(t)en, soll so anhand der Gegenüberstellung der Pflanzengemeinschaften unmittelbar studiert werden können. In diesem Bereich, der andererseits auch mit der Kiefern-, Tannen- und Fichtensammlung des Gartens verbunden ist, sind bereits ansehnliche Exemplare stammesgeschichtlich sehr alter Gehölzarten aus der Koniferenverwandtschaft vorhanden, wie die laubwerfenden Vertreter Sumpfzypresse (Taxodium distichum), Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), Ginkgo (Ginkgo biloba) und Lärchen (Larix sp.) sowie die immergrünen Vertreter Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens), Chilenische Araukarie (Araucaria araucana), Schirmtanne (Sciadopitys verticillata) sowie Eiben- (Taxaceae) und Kopfeibengewächse (Cephalotaxaceae).