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Gewächshäuser

Blick auf die Loki-Schmidt-Gewächshäuser

Die Gewächshäuser umfassen Sammlungen tropischer Nutz- und Regenwaldpflanzen, subtropischer Arten aus verschiedenen Wüsten und Halbwüsten der Erde, und mediterraner Arten aus vier Kontinenten. Der geografische Schwerpunkt liegt mit Afrika, Madagskar und den Kanarischen Inseln auf der Alten Welt (Paläotropis).

Das Tropenhaus der Loki-Schmidt-Gewächshäuser gliedert sich auf 400 m² Fläche in die Bereiche tropische Nutzpflanzen, Wasserpflanzen, Bergregenwaldpflanzen und Aufsitzerpflanzen (Epiphyten). Spezielle Bereiche bilden ein kleiner Wasserfall, Insekten fressende Pflanzen (Karnivoren) und eine Vielzahl an Bromelien. Die Pflanzen werden durchgehend unter tropischen Klimabedingungen bei 25–30 °C und über 80 % relativer Luftfeuchte gehalten, wobei kleinere Schwankungen, wie sie auch in den tropischen Lebensräumen natürlicherweise immer wieder vorkommen, nachvollzogen werden, da sie bei manchen Arten (z. B. viele Orchideen) essenzielle Auslöser natürlicher Wachstums- und Blühprozesse sind.

Die Sammlung von Arten subtropischer Wüsten und Halbwüsten beinhaltet überwiegend Pflanzen mit dickfleischigen Organen (Sukkulenten). Diese besonders wasserhaltigen Organe haben sich vielfach in ganz verschiedenen Pflanzengruppen als Anpassung an lang andauernde Trockenheit entwickelt. Neben ihrer Funktion als Wasserspeicher ermöglichen sie einen effizienteren Produktionsweg von Biomasse (CAM-Mechanismus) unter den extremen klimatischen Bedingungen und stabilisieren den Pflanzenkörper. In der Sammlung werden ganz unterschiedliche Wuchsformen aus der Alten und der Neuen Welt (Neotropis) gegenüber gestellt. Bemerkenswert ist dabei die unabhängige Entstehung ganz analoger Wuchsformen bei verschiedenen Pflanzengruppen unter sich entsprechenden Standortbedingungen auf verschiedenen Kontinenten. In der Neuen und der Alten Welt entsprechen sich hinsichtlich Wuchsform und ökologischer Einpassung jeweils Vertreter der Kakteen und der Euphorbiengewächse, der Agaven und der Gattung Aloe, sowie der Gattung Yucca und der Drachenbäume (Dracaena).
Die Sukkulentensammlung ist übergangsweise in der Nachbarschaft des Tropenhauses untergebracht, bis das geplante eigentliche Sukkulenten-Gewächshaus errichtet sein wird.

Unsere Kurzbroschüre zu den Loki-Schmidt-Gewächshäusern können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.

Die Arten aus verschiedenen Regionen mediterranen Klimas, wie es sie vergleichsweise kleinräumig in Chile, Kalifornien, Südafrika, Südwest- und Südaustralien und am großräumigsten im Mittelmeergebiet gibt, sind als Kalthauspflanzensammlung zusammen gefasst. Da sich das Klima dieser Gebiete durch heiße trockene Sommer und kühle feuchte Winter ohne wesentliche Fröste auszeichnet, muss man die Pflanzen hierzulande vor allem gegen anhaltende und starke Winterfröste im Kaltgewächshaus schützen, könnte sie im Sommerhalbjahr dagegen auch im Freiland halten. Die bei uns kultivierten ausdauernden Arten dieser Klimaregionen zeichnen sich oft durch immergrünes Hartlaub und eine ausgeprägte Saisonalität der Lebensprozesse aus.
Die Kalthaussammlung ist zwischenzeitlich in einem neu erbauten Arbeits- und Anzuchtgewächshaus untergebracht, das aus baulich-technischen Gründen keinen Besucherverkehr gestattet. Um diese Sammlung besichtigen zu können, müssen wir um Geduld bitten, bis sie in den geplanten Neubau des eigentlichen Kaltgewächshauses umziehen kann.

Innenansicht des Tropenhauses


Hinweis: Alle Gewächshäuser im Botanischen Garten dienen vorrangig der universitären Lehre und Forschung und sind baulich nicht für größeren und anhaltenden Besucherverkehr ausgestattet. Wir bitten um Verständnis, dass sie daher nur dienstags bis donnerstags während der Arbeitszeiten der Gewächshausgärtner und zu den Sonntagsführungen für die Öffentlichkeit geöffnet werden können.

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